Die Bildungsabteilungen (BiA) an den Regionalen Beratungs- und Unterstützungszentren (ReBUZ) in Bremen bieten ganzheitliche, pädagogische Unterstützung für Schüler:innen mit und in erheblichen sozial-emotionalen Problemlagen. Sie richten sich an Kinder und Jugendliche von der Primarstufe bis einschließlich Jahrgang 10, die vorübergehend im Rahmen des inklusiven Schulsystems auf ein besonders strukturiertes, individualisiertes Lernumfeld angewiesen sind.
Die Bildungsabteilungen sind Teil eines Gesamtkonzepts zur Förderung der Schüler:innen mit hohen Förderbedarfen im sozial-emotionalen Bereich. Im Fokus steht dabei die individuelle Unterstützung in einer Phase besonderer Belastung.
Der Zugang zur Bildungsabteilung erfolgt über die Beratungsabteilung der ReBUZ. In einem umfangreichen Beratungs- und Clearingprozess wird geprüft, ob alle inner- und außerschulischen Möglichkeiten zur Teilhabe am Unterricht in der Stammschule ausgeschöpft wurden. Erst wenn diese Maßnahmen nicht ausreichen, kann gemeinsam mit der Schule, den Sorgeberechtigten und weiteren Beteiligten über eine vorübergehende Beschulung in der BiA entschieden werden. Das Verfahren stellt sicher, dass der Wechsel gut begründet, transparent und pädagogisch zielführend ist.
Je nach Unterstützungsbedarf werden Schüler:innen mit komplexen, langanhaltenden sozial-emotionalen Problemlagen in eine von drei Lerngruppenprofile aufgenommen:
- Lerngruppe für Schulmeider:innen
(siehe auch unsere Informationen zum Thema Schulvermeidung)
Für Schüler:innen, die über längere Zeiträume nicht oder nur unregelmäßig am Unterricht teilgenommen haben. Ziel ist die schrittweise Re-Integration in einen verlässlichen Lernalltag durch Beziehungsarbeit, Struktur und individuelle Förderung.
- Schulersetzende Lerngruppe
Für Schüler:innen mit massiv herausforderndem Verhalten oder psychischen Belastungen. In dieser Gruppe stehen die emotionale Stabilisierung, der Beziehungsaufbau und sozial-emotionales Lernen im Vordergrund.
- Intensivpädagogische Lerngruppe
Diese Lerngruppen richten sich an Schüler:innen der Grundschule oder der Sekundarstufe I, die aufgrund langanhaltender psychosozialer Problemlagen "während des Schulbesuchs die Sicherheit von Menschen erheblich gefährden oder den Schulbetrieb nachhaltig und schwer beeinträchtigen” (§70a (4) Bremisches Schulgesetz).
Alle Lerngruppen arbeiten mit einer kleinen Schüler:innenzahl, multiprofessionellen Teams und einer klaren Tagesstruktur. Der Unterricht erfolgt auf grundlegendem Anforderungsniveau, angepasst an die individuellen Lernstände und Ressourcen der Schüler:innen und in enger Kooperation mit den Stammschulen.
Die Arbeit in der BiA basiert auf einer ressourcenorientierten, wertschätzenden Haltung, die jedes Kind in seiner Einzigartigkeit ernst nimmt. Das Team arbeitet beziehungsorientiert, transparent und im engen Austausch mit den Familien und schulischen Partnern.
Die Förderung umfasst schulisches Lernen ebenso wie soziale, emotionale und lebenspraktische Entwicklungsbereiche. Ziel ist es, junge Menschen in ihrer Selbstwirksamkeit zu stärken und ihnen neue Perspektiven auf Bildung, Beziehung und gesellschaftliche Teilhabe zu eröffnen.
Die Schüler:innen bleiben während ihrer Zeit in der BiA Schüler:innen ihrer Stammschule. Der Kontakt zur Stammschule wird aktiv gehalten und die Rückkehr ins Regelsystem ist ein zentraler Bestandteil der Arbeit in der BiA.
Jede Maßnahme ist zeitlich begrenzt und auf die Wiederherstellung schulischer Teilhabe ausgerichtet – ergänzt um die Entwicklung realistischer und anschlussfähiger Perspektiven für den weiteren Bildungsweg.