Syntaktisch-morphologische Störungen können Leitsymptome einer spezifischen Sprachentwicklungsstörung sein (6 bis 8% der Kinder eines Jahrgangs) oder bei mehrsprachigen oder kognitiv beeinträchtigten Schülerinnen und Schülern auftreten.
Die sprachlichen Probleme können sich hierbei auf den Bereich der Morphologie (Wörter und Wortformen/Wortbausteine: "Ich habe getrinkt.") oder auf den Bereich der Syntax (Satzbau: "Ich etwas sagen will!") beziehen.
Schwierigkeiten in der Grammatik treten oft erst im Verlauf der Schulzeit deutlicher zutage: Grundschulkinder müssen die neue Aufgabe bewältigen, in der Schriftsprache morphologische und syntaktische Regeln anzuwenden (in eigens geschriebenen Aufsätzen) und zu entschlüsseln (Satz- und Textverständnis in gelesenen Texten).
Probleme im Bereich der Grammatik können sich auch in einer auffälligen Interaktion mit dem Kind zeigen, weil es ihm schwerfällt, grammatische Strukturen zu entschlüsseln. Missverständnisse in Kommunikationssituationen oder auch ein Missachten von verbalen Anweisungen können auf fehlende grammatische Kenntnisse hindeuten. Beherrscht ein Kind noch nicht sicher das Kasussystem, so kann es u.U. den Unterschied zwischen den beiden Sätzen: "Der Kater jagt die Maus." und "Den Kater jagt die Maus." nicht verstehen.
Außerdem kann es für Grundschulkinder schwierig sein, Temporalsätze in ihrer zeitlichen Abfolge korrekt zu entschlüsseln. Bei Sätzen wie "Bevor ihr in die Pause geht, müsst ihr noch aufräumen!" können sie beispielsweise annehmen, dass die im ersten Teilsatz genannte Handlung auch zeitlich zuerst erfolgt.
Empfehlenswert für Eltern und Lehrkräfte ist es daher, durch eine gezielte Hilfestellung (s.u.) das Kind im Verstehen von Sprache sowie in der korrekten Satz- bzw. Wortbildung zu unterstützen.