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Mehrsprachigkeit

Im Land Bremen haben mindestens 54% der Einschulungskinder einen Migrationshintergrund. Das bedeutet, dass die meisten von ihnen auch Kontakt zu mindestens einer anderen Sprache als Deutsch haben.

Nach 12 bis 15 Monaten im kontinuierlichen Kontakt mit der deutschen Sprache können die meisten Kinder längere Mehrwortäußerungen bei korrekter Wortstellung und Verwendung der richtigen Verbform bilden.

Es gibt jedoch in diesem Prozess häufig Störungen.

Anhaltspunkte für einen gestörten Spracherwerb bei Mehrsprachigkeit nach mehr als 12 Monaten im regelmäßigen intensiven Kontakt mit Deutsch können sein:

  • kurze nicht altersgerechte Zwei- bis Dreiwort-Äußerungen
  • Meilensteine der grammatischen Entwicklung werden nicht erreicht (Satzklammer „du musst mir helfen“)
  • undeutliche Aussprache
  • eingeschränkter Wortschatz
  • deutliche Sprachverständnisprobleme
  • später Sprechbeginn bzw. Spracherwerbsbeginn
  • Störungen auch in der Erstsprache, denn es gibt keine Sprachentwicklungsstörung, die nur in der Zweitsprache auftritt.

Um zu klären, ob eine therapiebedürftige Sprachentwicklungsstörung vorliegt, ist es wichtig, eine entsprechende Diagnostik durchzuführen. Dazu müssen die jeweiligen Spracherwerbskonstellationen und z.B. Besonderheiten der Erstsprache berücksichtigt werden. (Im Türkischen gibt es z.B. keine Artikel.)