Manche Kinder fallen zu Hause oder in der Schule dadurch auf, dass sie auf einen kleineren Wortschatz als andere Kinder in ihrem Alter zugreifen. Sie haben Probleme, Wörter zu verstehen und die Sprache anzuwenden (passiver und aktiver Wortschatz). Dadurch haben sie eine geringere Vielfalt an Wörtern und nutzen häufig die gleichen Begriffe. Sie verstehen die Bedeutung vieler Wörter nicht, sodass sie Schwierigkeiten haben, kurze oder längere Sätze und demnach auch gelesene Texte zu verstehen.
Einige Kinder haben auch Wortfindungsstörungen, wobei sie das passende Wort nicht sofort oder gar nicht abrufen können. Eine Einschränkung in diesem Bereich fällt dadurch auf, dass eine große Pause entsteht, wenn sie etwas erzählen oder so genannte Füllwörter wie "dingsda" sowie Phrasen wie "Du weißt schon, was ich meine!" nutzen. Auffällig sind außerdem die häufigen Wiederholungen von Äußerungen des Gesprächspartners. Weiterhin erfolgen Satzabbrüche oder Umformulierungen. Da dem Kind nicht der passende Begriff einfällt, nutzt es Strategien, um sich mitzuteilen. Dabei werden Ersetzungen genutzt, bei denen das Kind anstatt des Zielwortes den Oberbegriff ("Haus" statt Schule), einen nebengeordneten Begriff ("Buch" statt Zeitung) oder einen Teil des Ganzen ("Ast" statt Baum) beschreibt.
Vielen Kindern wird zu einem Zeitpunkt bewusst, dass sie nur begrenzte sprachliche Möglichkeiten haben und bestimmte Themen komplett vermeiden. Dadurch kann es zu einem kommunikativen Rückzugsverhalten kommen. Weiterhin können Probleme im schulischen Leistungsbereich, wie beim Schriftspracherwerb entstehen.