Stottern zeigt sich bei jedem Menschen anders und kann je nach Schwere der Symptomatik die Kommunikation stark beeinflussen. Folgende Unflüssigkeiten können beim Sprechen entstehen:
- Ganzwortwiederholungen: "Ich … ich geh‘ jetzt in die Pause!"
- Teilwortwiederholungen: "Be-be-be-be-bestimmt schreiben wir Montag einen Test!"
- Lautwiederholungen: "K-k-k-k-kann ich ein Blatt haben?"
- Lautdehnungen: "Sssssssiehst du das Wort an der Tafel?"
- Blockierungen: "Ich b - - rauche noch eine Schere!"
Da das stotternde Kind das Bedürfnis nach Kontrolle beim Sprechen erlangen möchte, entwickeln sich häufig bewusste und unbewusste Bewältigungsstrategien. Das Kind meidet beispielsweise Laute oder ersetzt Wörter durch andere, die es flüssiger sprechen kann. Bei manchen Kindern werden auch Mitbewegungen der Arme und Beine oder des Kopfes genutzt, um das Stottern, vor allem die Blockierungen zu überwinden. Da sich bei stotternden Kindern häufig ein Leidensdruck entwickelt, kann sich die Symptomatik ebenfalls auf körperlicher Ebene z.B. durch Erröten, Zittern, Schweißausbrüche oder Magenschmerzen auswirken. Weiterhin können sich Ängste bis hin zu sozialen Einschränkungen entwickeln.
Empfehlungen für den Umgang mit stotternden Kindern in der Schule:
- Normalen Blickkontakt halten.
- Das Kind aussprechen lassen.
- Das Kind beim Sprechen nicht zur Eile antreiben.
- Dem Kind keine Tipps geben, wie es flüssiger sprechen könnte (Ausnahme: nach Rücksprache mit dem Therapeuten / der Therapeutin, dem Logopäden / der Logopädin).
- In der Klasse die Einhaltung von Gesprächsregeln fördern.
- Bei Bedarf über das Thema „Stottern“ in der Klasse sprechen.
- Die Interventionen mit den Kollegen, die ebenfalls in Ihrer Klasse unterrichten, nach Möglichkeit abstimmen.
- Mit der Schulleitung besprechen, ob ein Nachteilsausgleich im Unterricht sinnvoll wäre.