Schulvermeidung ist heute ein zentrales Thema aus dem Schulalltag. Die Entstehung von Schulvermeidungsverhalten ist als Prozess zu verstehen. Dabei haben wir es hier mit unterschiedlichen Symptomen zu tun, die sich mitunter gegenseitig bedingen und zur Abwendung von der Schule führen können.
Die betroffenen Kinder und Jugendlichen lernen, dass ein Sich-abwenden von der Schule für sie subjektiv ein Problem lösen kann und sie dadurch zunächst eine Entlastung erfahren. Schulvermeidung hat immer eine Geschichte.
Jeder, der mit Schülerinnen und Schülern zu tun hat, stellt mitunter Veränderungen fest, sei es in der Familie, in der Schule oder unter den Freunden im Sportverein.
Es ist wichtig, dass frühzeitig solche Veränderungen erkannt werden und man ihnen nachgeht. Treten besondere Verhaltensweisen nur in gewissen Situationen auf oder zeigen Schülerinnen und Schüler ähnliche Verhaltensweisen auch in anderen Situation, die darauf hindeuten, dass sich ein Kind oder Jugendlicher vom Unterricht oder von der Schule entfernt?
Zwischen den Ressorts Bildung, Soziales, Inneres und Justiz wurden 2001 zielgruppen-, schul- und sozialraumbezogene Maßnahmen (Schulvermeiderprojekte) als ergänzende Lernorte zum Regelschulsystem eingerichtet. Seit Gründung der Bildungsabteilungen 2024 sind diese Projekte Teil der Lerngruppen der Bildungsabteilungen. Eine gesonderte Kooperationsvereinbarung zur Umsetzung dieser Lerngruppen regelt Detailfragen.
Die Lerngruppen für Schulmeider:innen stellen zielgruppen-, schul- und sozialraumbezogene schulersetzende Maßnahmen dar. Sie arbeiten mit Kindern und Jugendlichen, die über einen längeren Zeitraum den Schulbesuch verweigern oder durch passive Verweigerung der Schule fernzubleiben drohen und bei denen sowohl die regulären schulischen Maßnahmen als auch die Beratungs- und Unterstützungsangebote durch die ReBUZ in Zusammenwirken mit flankierenden ambulanten Maßnahmen der Erziehungshilfe ausgeschöpft sind bzw. keine nachhaltige Wirkung zeigen. Die Kinder und Jugendlichen bleiben während der Verweildauer im Projekt grundsätzlich Schüler:innen ihrer Stammschule.